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12.08.2005
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Aktivitäten der PREMIS-Gruppen

Digitale Objekte sind höchst fragil (siehe aktuell z.B. http://www.heise.de/tr/artikel/54305). Sie sind, genau wie ihre Träger, einem starken Alterungsprozess unterworfen. Um diese Daten dennoch zugänglich zu halten, müssen sie regelmäßig aufgefrischt, ggf. rekonstruiert und erneuert werden.

Der langfristige Zugang zu digitalen Objekten wird dadurch erschwert, dass sich die Technologien rasant entwickeln und sie wieder sehr schnell obsolet werden. Sowohl die Hard- als auch die Softwareumgebung sind einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen. Zusätzlich sind digitale Daten oft sehr schlecht erschlossen.

Um den Zugriff auf digitale Objekte und um ihre Authentizität langfristig sicherstellen zu können, werden deshalb Informationen darüber benötigt, welche Daten überhaupt vorliegen, wie sie kodiert sind, in welchem Format sie vorliegen, welche Schritte und Prozesse an den Daten ausgeführt werden usw. Diese Informationen können Langzeitarchvierungsmetadaten genannt werden.

PREMIS

Im von OCLC1 und der RLG2 initiierten internationalen Projekt PREservation Metadata: Implementation Strategies (PREMIS) werden einerseits Implementierungsstrategien für Langzeitarchivierungsmetadaten erarbeitet und 'best practises' identifiziert. Weiterhin wird gemeinschaftlich ein Satz an Metadaten definiert, der speziell auf den Zweck der Langzeitarchivierung zugeschnitten ist.

PREMIS setzt sich zusammen aus dem PREMIS Advisory Committee (Steuerungsgremium), der Core Elements Subgroup und der Implementation Strategies Subgroup. Es baut auf den Ergebnissen des Vorläufers von PREMIS auf, der Preservation Metadata Working Group (PMWG, siehe http://www.oclc.org/research/projects/pmwg/wg1.htm). Sie veröffentlichte 2002 ein Papier mit einem Kern an Langzeitarchivierungsmetadaten, welches auf OAIS3 aufbaute und die Erfahrungen der existenten Implementierungen berücksichtigte und verglich. Die Ergebnisse fanden breite Beachtung, es stellte sich allerdings bald der Bedarf nach weiterer Analyse heraus.

Die Core Elements Subroup (siehe http://www.oclc.org/research/projects/pmwg/core_elements.htm) entwickelt u.a. auf dieser Basis ein aktuelles Modell und Set an Langzeitarchivierungsmetadaten.

Durch eine Modularität werden diese unterschiedlichen Anforderungen aus dem Archivumfeld, der Museumsszene, des Bibliothekswesens, anderer Institutionen und Firmen gerecht. Es gibt z.B. obligatorische, empfohlene und optionale Metadatenelemente. Erste Ergebnisse aus dieser Gruppe werden Anfang nächsten Jahres erwartet.

Die entwickelten Langzeitarchivierungsmetadaten werden anschließend zusammen mit der Implementation Strategies Subgroup in Testumgebungen in unterschiedlichen Einsatzszenarien implementiert und erprobt. Darauf aufbauend wird ein Mapping (Übersetzung/Einbindung) zwischen schon bestehenden und denen von PREMIS entwickelten erstellt.

Die Core Elements Subroup sorgt zusätzlich für den Aufbau eines Langzeitarchivierungsmetadatenlexikons.

Die Implementation Strategies Subgroup (siehe: http://www.oclc.org/research/projects/pmwg/implementation.htm) arbeitet an der Erstellung und Dokumentation von best practices. Daher untersucht sie produktive und geplante Implementierungen und dabei auftretende Probleme und Fragen. Weiterhin verbreitet sie das kooperativ erstellte Metadatenmodell/-set.

Durch eine Befragung werden einige Fragen zu Praxis der Implementierungen und Trends in der Langzeitarchivierungscommunity untersucht. Die Themen reichen von 'Was wird wie implementiert?', über Datenhandling und deren Techniken, verwendete Metadatensets und -enkodierungen, eingesetzter Software bis hin zu Policies und rechtlichen Fragen.

Aus den Ergebnissen dieser ersten Befragung und daraufhin gezielt geführter Telefon-Nachinterviews wurden Modelle entwickelt, welche die unterschiedlichen Themenkomplexe idealtypisch zusammen fassen und Trends in der Praxis der Langzeitarchivierung aufzeigen. Der Bericht ist einzusehen als PDF-Datei unter: http://www.oclc.org/research/projects/pmwg/surveyreport.pdf


1 http://www.oclc.org/
2 http://www.rlg.org/
3 Das "Reference Model for an Open Archival Information System" (OAIS) ist ein von der NASA entwickelter ISO-Standard für digitale Langzeitarchive. Einen Überblick über OAIS kann man auf der Seite http://ssdoo.gsfc.nasa.gov/nost/isoas/overview.html erhalten, das Bluebook findet sich unter: http://ssdoo.gsfc.nasa.gov/nost/wwwclassic/documents/pdf/CCSDS-650.0-B-1.pdf

   
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