Klaus Hahn (ZPID Trier)

Probleme der Integration digitaler Bibliotheksysteme: Semantische Heterogenität


Die Weiterentwicklung digitaler Bibliothekssysteme fährt zu einer bisher nicht gekannten Integration der wissenschaftlichen Recherche: die Grenze zwischen den Fachgebiet-spezifischen Literaturdatenbanken verschwimmen. Ein gemeinsames Projekt der Fachinformationsanbieter dreier Disziplinen (Bildung/Deutsches Institut für Intenationale Pädagogische Forschung,Frankfurt/Main; Sozialwissenschaften / Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn; Psychologie / Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation, Trier) arbeitet seit einiger Zeit an dem Ziel, Benutzern über ein einziges Recherche-frontend den integrierten Zugang zu allen gemeinsamen Daten - von Bibliografischen Angaben bis zum online-Volltext - zu ermöglichen. Die Sondersammelgebietsbibliotheken der drei Fachgebiete übernehmen dabei die Lizenzierung von Zeitschriftenartikeln im Volltext. Das Projekt wird von BMBF und DFG gefördert. Die Integration der System hat zum Ziel, dem Benutzer eine komfortable Ausweitung seiner Recherche anzubieten. Dazu soll die qualitativ hochwertige Inhaltserschließung der Fachdatenbanken genutzt werden, die auf der Basis fachspezifischer Thesauri und Klassifikationen erfolgt.Hier müssen nun Wege gefunden werden, die semantischen Mehrdeutigkeiten zu vermeiden die auftreten würden wenn Suchbegriffe eines Fachgebiets ohne adäquate Transformation zur Recherche in anderen Fachgebieten verwendet würden. Diese Heterogenitätsproblematik stellt sich nicht nur zwischen Fachthesauri, sondern z.B. auch bei der Übersetzung von Fachbegriffen in andere Sprachen. Die Beibehaltung des semantischen Kontexts soll zum einen durch den Aufbau intellektueller Cross-Konkordanzen gewärleistet werden, zum anderen durch statistische Transferverfahren, die auf der Basis von Parallelkorpora Vokabularien aufeinander abbilden.


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