Bernd Hermes Heiko Hellweg Maximilian Stempfhuber(IZ Soz)

Unterstützung kooperativer Verfahren zum Aufbau von Fachportalen


Fachwissenschaftliche Informationsangebote im Internet wandeln sich mehr und mehr von Dienstleistungen, die von einer einzigen Person oder Institution erstellt werden, hin zu kooperativ von mehreren Partnern erstellten Produkten. Dies ist ein Prozess, der nicht nur von f$ouml;rderpolitischer Seite vorangetrieben wird (z.B. bei den Informationsverbünden des BMBF oder den Virtuellen Fachbibliotheken der DFG), sondern primär von den Anforderungen der Nutzer induziert wird. Diese verlangen nicht nur die Bündelung dezentraler Aktivitäten zur Bildung sowohl breit als auch tief gegliederter Fachportale, sondern auch die Verknüpfung der Ressourcen unterschiedlicher Fächer, um interdisziplinären Fragestellungen besser gerecht zu werden. Es ist klar, dass dies neben der Bereitschaft zur Zusammenarbeit auf der Seite der beteiligten Informationsproduzenten auch Softwaresysteme erfordert, die das räumlich und zeitlich verteilte Arbeiten unterstützen und aufgrund ihrer informationstechnologischen Architektur eine breite Nachnutzung erlauben. Von Entwicklungen im Bereich Digitaler Bibliotheken ist daher zu fordern, dass sie mehr als bisher die Aspekte des kooperativen Aufbaus von Informationssammlungen, des verteilten Arbeitens und der Kopplung dezentraler Dienste berücksichtigen. Dass Erfolge nur erzielt werden können, wenn derartige Systeme möglichst gut an den einzelnen Anwendungsfall angepasst werden können (z. B. Metadatenschemata, Arbeitsabläufe, benutzergruppen-spezifische Oberflächen) - und nicht andersherum - zeigt die Praxis. Speziell für den Aufbau von Fachportalen haben das Informationszentrum Sozialwissenschaften (IZ) in Bonn und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen mit DBClear ein System entwickelt, das die kooperative Pflege von Sammlungen von Verweisen auf Internetquellen entwickelt. DBClear steht als plattformunabhängiges und an den konkreten Anwendungsfall in weiten Grenzen adaptierbares Softwaresystem seit Oktober 2002 zur Nachnutzung zur Verfügung. Es verfügt über ein frei definierbares Metadatenschema zur Beschreibung der Internetquellen und erlaubt die parallele Verwendung einer beliebigen Zahl von Sacherschlie?ungssystemen und die Erfassung der Metadaten auf Feldebene in einer beliebigen Zahl von Sprachen. Die Speicherung der Daten erfolgt in einer relationalen Datenbank, wobei das System bereits mit mehreren kommerziellen und OpenSource-Systemen getestet wurde (z.B. IBM DB2, Oracle, PostgreSQL und Firebird). Auch andere Datenbanktechnologien (z.B. die multi-dimensionale Datenbank Cache') können eingesetzt werden. Das verteilte Arbeiten stellt ein Workflow-System mit Benutzergruppenverwaltung sicher, das um eine Automatisierungskomponente zur Metadaten-Extraktion und Informationssuche im Internet ergänzt wird. über eine Z39.50-Schnittstelle wird DBClear in unterschiedliche Kontexte (z.B. in eine Virtuelle Fachbibliothek) eingebunden.


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